Volkstrauertag in Bad Pyrmont

Am 13. November 2016 war es so weit. Zum dritten Mal reisten Vertreter unseres Vereines  zum Gedenkfeier anlässlich des Volkstrauerstages nach Bad Pyrmont. Angeladen wurden wir von dem Vorsitzender des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge Helmut Eichmann und der Historikerin Anna Stutz, die tatkräftig (und erfolgreich) im Auftrag des Bürgermeisters Klaus Blome um die Organisation der zentralen Gedenkveranstaltung gekümmert haben.

Der Volkstrauertag wurde zum ersten Mal 1925 in der Weimarer Republik begangen. Dabei sollte es an die Gefallenen des Ersten Weltkrieges bedacht werden. Zur NS-Zeit feierte man die Helden des Krieges. In Bad Pyrmont wurde 1936 ein Denkmal mit den Namen der gefallenen Soldaten aus der Gemeinde und den Dörfer in der Nähe der Stadt errichtet.

In der Bundesrepublik bekam der Gedenktag ab dem Jahre 1952 die neue Bedeutung. Der Volkstrauertag errinnert seitdem nicht nur an die Toten der beiden Weltkriege. Vielmehr geht es um die Opfer der Gewaltherrschaft und Kampfhandlungen in aller Welt und zu jeder Zeit.

Das spiegelte sich auch in der Rede von Helmut Eichmann wider, der an die kriegerische und kriegsähnliche Auseinandersetzungen der Gegenwart besondere Aufmerksamkeit richtete. Jedes Kriegsgrab sei ein Protest gegen den Krieg, betonte der Vorsitzender des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Als dieser weißt er ganz genau, worüber er gesprochen hatte, genauso wie seine ausländischen Gäste. Sie kamen aus der russischen Stadt Chimki, wo der Vorstoß der Wehrmacht zur Eroberung von Moskau endgültig zum Stehen gebracht worden war. Und sie kamen aus dem französischem Elsass, wo vor 100 Jahren der erbitterte Kampf um Verdun mehr als eine Millione Opfer forderte, aber keine Vorteile für eine der Seiten brachte.

Auch die Pastorin Bettina Burkhardt sowie der Bürgermeister Klaus Blome hielten Reden. Die musikalische Begleitung sicherten das TUS Blasorchester Bad Pyrmont und der Frauenchor Singfonie Bad Pyrmont. Die Ehrenwache hielten der Holzhäuser Schützenverein, die Pyrmonter Schützengesellschaft, die freiwillige Feuerwehr Holzhausen und die Reservistenkameradschaft. Zahlreich waren die Vertreter der Parteien und die einfachen Bürger der Stadt.

Nach der Veranstaltung fuhren wir zusammen mit den Gästen aus Russland zum einsamen Grab eines unbekannten sowjetischen Soldaten im Wald, um auch dort an die Opfer des Krieges zu erinnern. Nach der Entfernung des herbstlichen Laubes wurde der Gottesdienst nach dem deutschen und nach dem russischen Brauch gehalten.

Abschließend bekamen wir eine Stadtführung durch die Alleen des historischen Zentrums Bad Pyrmonts, wo einst der große Johann Wolfgang von Goethe spazierte. Auf dem Weg zum Hylligen Born wurden wir durch den vorbeiziehenden Sankt-Martins-Umzug überrascht. Nach dem gemeinsamen Essen fuhren wir etwas müde aber sehr zufrieden zurück nach Dortmund.

Familie Dreger

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