Integrationsgemeinschaft Dortmund-Silberborne

Zwei entscheidende Faktoren haben das Entstehen des Vorhabens ‚Integrationsgemeinschaft Dortmund-Silberborn’  zur Folge gehabt:

1.   Die steigende Zahl der heimgekehrten russlanddeutschen Senioren und jungen Menschen mit einem familiären russlanddeutschen Migrationshintergrund. „Über 20.000 Menschen kamen lt. Dortmunder Statistik als Spätaussiedlerinnen und –Aussiedler  vor allem aus den Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion nach Dortmund“, so Melanie Schmickler vom Integrationsbüro der Stadt Dortmund.

2.   Schließung  der Landesstelle Unna-Massen am 30.06.2009, die eine wichtige Integrationseinrichtung des Bundeslandes NRW gewesen war. Die aus vielen Aspekten umstrittene  Entscheidung der Behörden, die ohne Rücksicht auf die wichtigsten Integrationsakteure des Landes getroffen wurde, stellte sie vor neue Herausforderungen.

Für viele Russlanddeutsche ist Silberborn ‚Серебряные Ключи’ ein gut bekannter Topos. So hieß die erste nach dem 2. Weltkrieg neu gegründete  Ansiedlung der Russlanddeutschen in  Zentralrussland (nicht weit von  Moskau), die auch vielen Zwangsflüchtlingen aus Mittelasien und Kasachstan in den 1990ern als Durchgangs- bzw. Integrationsstandort auf dem  Weg nach Deutschland diente.

Die Hauptmaximen des Vorhabens sind folgende:

·     Die Förderung internationaler Gesinnung, der Toleranz auf allen Gebieten der Kultur und des Völkerverständigungsgedankens als wichtige Bestandteile der deutschen und europäischen Wertsysteme

·     Die Förderung der Volks- und Berufsbildung, Erarbeitung und Durchführung von zielgruppenbezogenen Berufsorientierungsprogrammen

·     Bildungsprogramme zur Fortentwicklung der interkulturellen Kompetenzen bei Kindern und Jugendlichen

·     Intellektuelle Rehabilitation der Russlanddeutschen durch zielgruppenbezogene Bildungsprogramme und Aufklärungsreihen, die vor dem Ersten Weltkrieg (1914 – 1918) das Fundament der kreativen Eliten des Baltikums, Osteuropas, Sibiriens, Mittelasiens und des Kaukasus bildeten

·           Durchführung von unterstützenden Maßnahmen zum Abbau von Posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS) bei Russlanddeutschen, die in den Jahrzehnten von Vertreibungen und des Genozids (1942 – 1955), später durch staatliche Unterdrückungspolitik und Ethnozid  verursacht und in der Folge der neuen ethnischen Zwangsvertreibungen und Kriege der 1990er verankert worden sind. Als Stützmaterialien für die Narrative Expositionstherapie werden die Kunstwerke der russlanddeutschen Meister, die unter www.damals-im-osten.de veröffentlicht worden sind, verwandt.

Die Integrationsgemeinschaft ist unparteiisch und interreligiös. Sie ist offen für alle Hilfsbedürftigen.

Die Russlanddeutschen können auch als Katalysator- und Brückenfaktoren zur Heranführung der Zuwanderer an die Ethik der christlich-abendländischen Kultur angesehen werden.

 

 

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