ErinnerungsKulturBrücken

Nadja Thelen-Khoder

Massaker an sowjetischen Zwangsarbeitern

Die Toten auf dem Waldfriedhof Meschede-Fulmecke, genannt ,Franzosenfriedhof'

       Wenige Monate vor ihrem Tod erzählte mir meine Mutter, in ihrem Geburtsort, den ich nur von Erzählungen und zwei Beerdigungen her kannte, seien wenige Tage vor Kriegsende russische Zwangsarbeiter im Wald ermordet und verbuddelt worden. Wenige Wochen nach der Befreiung hätte man sie gefunden, und die Bevölkerung habe an den Leichen vorbeigehen müssen. Sie, ihre Schwester und ihr zukünftiger Schwager seien dabei und es sei wirklich schlimm gewesen. Mein damals 17jähriger Onkel habe sehr geweint. Richtig und gut sei gut von den Amerikanern gewesen, die Menschen dazu zu zwingen, Wahrheiten zur Kenntnis zu nehmen. Niemand hätte sagen können, er habe „von all dem nichts gewußt“. Der Ort des Geschehens hieße Langenbachtal.

Langenbachtal – so heißt also ein besonderes Erbe meiner Mutter.

       Von russischen Zwangsarbeitern hatte sie ihr ganzes Leben lang erzählt, und davon, daß es unmöglich gewesen war, „von all dem nichts gewußt“ zu haben...

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